Die TSG A-H Bielefeld gewinnt knapp gegen Soest. Die Spielfreude ist verloren gegangen. "Unsere kämpferische Einstellung und die Unterstützung von der Tribüne war Eins A", bilanzierte TSG-Regisseur Marius Kastening, der insbesondere in der Anfangsphase ein starkes Comeback feierte, nach dem eher freudlos zur Kenntnis genommenen 24:22 (11:12)-Erfolg gegen den Soester TV.

Die Spielfreude, mit der die TSG noch zu Saisonbeginn glänzte, ist verschwunden: "Wir haben die Basics vergessen: Spaß und Freude - Laufen, Passen, Werfen", erkannte Kastening, der aber nicht vergaß, die Gäste für ihre systematische Dekonstruktion des Angriffsspiels der Gastgeber zu loben: "Soest hatte einen klaren Plan." Dass die TSG nach dem 11:12-Halbzeitrückstand letztlich einen Erfolg feiern konnte, lag auch am rekonvaleszenten Kapitän Carl-Moritz Wagner: "Calle hat in der Halbzeit eine ordentliche Ansprache gehalten", verriet Kastening - und seine Mitspieler so wachgerüttelt.

"Ich habe es bis Freitag geschafft, mich ordentlich zurückzuhalten", meinte Wagner, der aber vieles beobachten musste, was aus seiner Sicht "einfach nicht richtig war. Da kam es aus mir heraus", meinte er und präzisierte in drei Punkten: "Erstens haben wir im Angriff ohne Verantwortung für den Ball gespielt", erkannte Wagner, der im Resultat zahlreiche Fehlwürfe und Ballverluste registrierte. "Zweitens haben wir in unserer 6:0-Abwehr Räume unnötig aufgemacht. Da hätten wir uns selbst disziplinieren müssen", so Wagner. Drittens forderte der Kapitän einen emotionaleren Auftritt seiner Mannschaft - und lobte ausdrücklich Julius Hinz. Der Linksaußen zeigte sich in der Abwehr engagiert und clever und riss seine Mitspieler mit.

Trotzdem waren es in erster Linie Fehler der Soester, die in der Schlussphase den Ausschlag zu Gunsten der Gastgeber gaben. Ein Gegenstoß an den Pfosten beim Spielstand von 23:22 und ein kläglich verworfener Siebenmeter - Maximilan Kroll fing den Heber - verhinderten aus Gästesicht mindestens einen Teilerfolg. "Wir müssen dem Spiel in Zukunft wieder unseren Stempel aufdrücken. Die Fehler des Gegners werden uns nicht immer retten", mahnte Wagner.

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11.03.18: 1. Herren - TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck

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