Die TSG A-H Bielefeld empfängt heute den Soester TV. Während das Team aus der Bördestadt immer für eine spektakuläre Taktik gut ist, muss die TSG nüchtern die Tabellenführung verteidigen. Soest macht Spaß! Das ist kein Slogan des örtlichen Stadtmarketings, sondern eine allgemeine Erwartung, wenn der Oberligist aus der Bördestadt das Handballfeld betritt - respektive beackert.

Der TV, der am heutigen Freitag (20 Uhr, Seidensticker-Halle) bei der TSG A-H Bielefeld antritt, gilt als Team mit Überraschungsgarantie. Besonders gefürchtet: Die unkonventionellen Abwehrformationen der Mannschaft, die seit einer gefühlten Ewigkeit von Dirk Lohse trainiert wird.

Die Ära des Trainers wird im Frühjahr zu Ende gehen. Das könnte ein zusätzlicher Grund für Lohse sein, in der Liga noch einmal virtuos alle taktischen Register zu ziehen. Sein Kollege Michael Boy von der TSG hat derweil ganz andere Prioritäten: Er und sein Team wollen die Tabellenführung verteidigen. Das passiert automatisch, solange die TSG kein Spiel verliert: "Die Jungs kennen die Situation. Der Gegner ist uns eigentlich egal, aber wir müssen hellwach im Kopf sein", sagt Boy.

Anders als sein gegenüber aus Soest steht Boy erst am Anfang eines hoffentlich langen Weges. Der Trainer, der aktuell die A-Lizenz erwirbt, freute sich unter der Woche über zwei weitere neue Sponsoren, die den Weg der "neuen" TSG tatkräftig begleiten wollen.

Nicht neu dabei, aber nach Verletzungen wieder zurück, sind Kreisläufer Gustav Rydergård und Regisseur Marius Kastening. Boys zuletzt geschrumpfter Rückraum erhält dadurch wieder mehr Variabilität. Nachdem sich Johannes Krause auf der Mitte und Arne Kröger auf halb links aber gut eingespielt haben, könnten die wiedergekehrten Alternativen auch zum Luxusproblem werden: "Nein, das ist ja der Kader, den ich mir gewünscht hatte. Wir brauchen im Aufstiegskampf jeden Spieler", versichert Boy.

Sollte Soest die erwarteten offensiven Deckungsformationen spielen, werden im Angriff die quirligen Akteure in Reihen der Bielefelder gefordert sein. Weiß Gott keine leichte und vor allem eine schweißtreibende Aufgabe. Immerhin gab Lohse zu Protokoll, dass auch in seinem Team Spieler mit Drittligaerfahrung stehen.

Doch die Bördestädter, die aktuell Fünfter sind, können mehr, als nur Störfeuer in den gegnerischen Angriffsreihen zu legen. Die Offensive kommt in elf Spielen auf fast 300 Tore. Häufiger trafen nur die drei Teams an der Tabellenspitze und Hamm II. "Die Löhrs sind gefährlich", sagte Boy über das Brüderpaar Max und Axel, die in Soest ebenfalls zum Inventar zählen. Allerdings haben beide Rückraumspieler zuletzt aufgrund von Verletzungen nicht trainiert.

Zwei Wochen Training und ein erfolgreicher Auftritt im Kreispokal - die TSG hat die Spannung für die letzten zwei Spiele der Hin- und die direkt im Anschluss beginnende Rückrunde aufgebaut. Der Klassenprimus ist der Gejagte. Für Kabinettstückchen ist angesichts der mageren zwei Punkte Vorsprung kein Platz. Aber für Spaß ist ja diesmal auch der Gegner zuständig.

Nächstes Spiel | Oberliga | 1. Spieltag

TSG AH Bielefeld
TSG Harsewinkel
07.09.2018, 20:00 Uhr | Live
Seidenstickerhalle, Werner Bock Str., 33602 Bielefeld

Geburtstage

06.08.18: Arne Kröger (27)
17.08.18: Kalla Gutmann (72)
19.08.18: Matthias Geukes (41)
20.08.18: Felix Hendrich (24)