Mit einem 41:26 überzeugt der Tabellenführer im ersten Spiel nach der Niederlage gegen Spenge. Die Verletzten werden gut ersetzt. Ortmann als Reserve. Die Geschichte, welche eine herausgestellte Erwähnung verdient, spielte sich bei diesem kleinen OWL-Derby, das die TSG A-H Bielefeld mit 41:26 (17:11) gegen die HSG Augustdorf / Hövelhof gewann, auf der Bielefelder Reservebank ab

Dort saß mit Henrik Ortmann ein Akteur, der seit nunmehr 19 Jahren immer wieder im Kader der ersten Mannschaft auftaucht und es mit dieser Partie, in der er das Parkett gar nicht betreten musste, auf 255 Einsätze im TSG-Dress bringt.

"Ötti" war als Netz und doppelter Boden gleichzeitig mitgefahren. TSG-Coach Michael Boy wollte im ersten Spiel nach den Ausfällen von Gustav Rydergård und Marius Kastening absolut auf Nummer sicher gehen. "Alles andere wäre in unserer Situation doch fahrlässig", sagte Boy.

Und wer, wenn nicht der bundesligaerfahrene Ortmann, eignete sich besser als zusätzlicher Stützpfeiler? Um den passenden Spruch ist der 38-Jährige ohnehin nie verlegen: "Mit mir kam der Erfolg zurück", sagte er grinsend.

Letztlich sorgte aber das bewährte Personal für einen unspektakulären Sieg, dem die Lipper nichts entgegen zu setzen hatten. Nach dem 5:5 (10.) bog die TSG auf die Siegerstraße ein, hatte nach 20 Minuten mit 12:8 längst alles im Griff. "Bis zum 14:11 waren wir ja noch ganz gut dabei. Dann haben wir zweimal viel zu früh abgeschlossen", beschrieb HSG-Trainer Micky Reiners.

TSG-Coach Boy musste nicht experimentieren. Er begann mit der Formation, die erwartet worden war. Johannes Krause rückte auf die Mittelposition, von wo aus er routiniert die Fäden zog. Für die einfachen Tore kam Arne Kröger auf Halblinks. Nach ein, zwei kleinen Startschwierigkeiten strahlte der zehnfache Torschütze von dort die nötige Gefahr aus. Am Kreis und in der Abwehr trat der junge Tim Schuwerack auf.

Schnell verschaffte Boy auch seinem restlichen Personal Einsatzzeit. Er ließ zwischenzeitlich mal in einer 4:2-Formation decken, und brachte Til Kirsch als Mittelmann. "Das war eine souveräne und kämpferisch starke Leistung", lobte der Bielefelder Trainer. Der Tabellenführer hielt das Tempo über die gesamten 60 Minuten hoch. "Beruhigt werden mussten wir nicht, aber es war gut zu sehen, dass es auch ohne die beiden Verletzten geht", fasste Boy, der sich bis Donnerstag zum A-Trainerlehrgang verabschiedet, den Auftritt zusammen. Reiners fand die Niederlage seiner ersatzgeschwächten Schützlinge "zu hoch. Die letzte Viertelstunde haben wir mit 6:15 verloren. Da fehlte das Selbstvertrauen", klagte er. Über 20:30, 21:33 und 24:38 marschierten die Gäste zum Erfolg. Ortmann schaute sich das Spektakel von der Bank aus an. Für ihn blieb die Erkenntnis: "Zum Angst einflößen reicht es noch. Ich war froh, dass mir Rydergårds Aufwärmtrikot passte."

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07.09.2018, 20:00 Uhr | Live
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