Der nächste Drittliga-Termin mit der TSG Altenhagen-Heepen lässt den Puls von Shawn Pauly nicht eben in die Höhe schnellen. Dabei hat der Linkshänder zwei Jahre lang in der Sporthalle am Inselweg in Augustdorf für das Team HandbALL Lippe II gespielt. „Natürlich kenne ich praktisch alle, aber ich gehe das Spiel an wie jedes andere”, sagt Pauly. Angesichts der Tabellensituation der Bielefelder scheint eine Wiedersehens-Party heute ab 18 Uhr auch unangemessen.

Mit 7:11 Punkten liegt die TSG hinter dem, was vielleicht eingeplant, bestimmt aber hinter dem, was möglich war. Am Rückraum-Rechten Shawn Pauly liegt das weniger. Schließlich hat der 22-Jährige sich als Zugang befriedigend plus bis gut, einmal sogar „eins mit Sternchen”, eingeführt. Viereinhalb Tore wirft Pauly statistisch pro Match, gegen den OHV Aurich bot er mit elf seinen Ausreißer. Beim 23:25 zuletzt gegen Minden II war Pauly „dann wieder schlecht”, wie er sagt. Der Sportler und sein Trainer sind sich einig: „Wir arbeiten an der Konstanz. Aber das ist in diesem Alter normal”, sagt Leif Anton.

Pauly bezeichnet seinen Wechsel aus dem Nachwuchs-Team des Bundesligisten TBV Lemgo Lippe als richtig. „Bei Lemgo II habe ich in zwei Jahren nie richtig Fuß gefasst.” Dabei war er 2018 vom VfL Gummersbach ins Lippische gewechselt, um sich dort auch für die Bundesliga ins Gespräch zu bringen. Es blieb beim Farmteam und einer unvollendeten Zeit. Der Wechsel zur TSG im Frühjahr war dann irgendwie logisch. Weil den Bielefeldern ein Rückraum-Rechts fehlte und Pauly inzwischen seine Lehre zum Orthopädie-Schuhtechniker bei der Firma Carsten Moch – kurz vor Heepen – schon begonnen hatte. Win-Win-Situation: „Ich wohne in Heepen, arbeite um die Ecke und trainiere dort auch.”

Und weil alles zu passen scheint, ist Pauly im rechten Rückraum der Platzhirsch, steht auch in der Abwehr seinen Mann und macht sich auf den Weg zur stabilen Größe. „Auf Aurich-Niveau wär? jood”, sagt Pauly und lässt seinen rheinischen Schalk aufblitzen – inklusive eines sprachlichen Schusses Kölnisch. Geboren ist er in Leverkusen, seine Eltern haben keinen anglophilen Hintergrund, „denen gefiel einfach der irische Name Shawn gut”, sagt Shawn. Und ihm gefällt es jetzt in Bielefeld. Mit zwei Punkten vom Inselweg wäre es noch ein bisschen besser. Aber auch ohne adelt Pauly seine Teamkollegen rheinisch-ostwestfälisch-lippisch: „Also es gibt da keinen, der ein bisschen komisch ist.”

Die Pechsträhne hält – Bechtloff und Galling verletzt

Kaum ist Rechtsaußen Dusan Maric nach auskuriertem Daumenbruch zurück im Kader, brechen der TSG an anderer Stelle weitere Spieler weg. Jens Bechtloff, Allzweckwaffe auf Linksaußen und im Rückraum, hat einen Muskelfaserriss im Oberschenkel erlitten, mit Frederik Galling, Bänderriss im Sprunggelenk, hat es auch den zweiten Linksaußen erwischt. Beide fallen für mehrere Spiele aus. Und weil Carl-Moritz Wagner zuletzt über Schmerzen im Fuß klagte, ist auch der Posten am Kreis vakant: Christian Skusa und Jannis Louis fehlen seit langem und noch für lange. „Wir nehmen es, wie es kommt”, sagt Trainer Leif Anton. (uwe)

Nächstes Spiel | 3. Liga | 17. Spieltag

TSG AH Bielefeld
TSV GWD Minden II
28.01.2022, 20:00 Uhr | Live
Sporthalle am Gymnasium Heepen

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