Handball-Oberliga: Ausgerechnet am letzten Spieltag der Hinrunde gibt der lange Zeit souveräne Spitzenreiter die Tabellenführung ab. TuS 97 muss sich vorsehen-

Wäre doch dieser verflixte letzte Hinrundenspieltag nicht gewesen! Der Rückblick auf die erste Saisonhälfte der Oberligaspielzeit fiele für beide Bielefelder Vertreter angenehm bis extrem positiv aus. So aber muss für das Abschneiden der TSG A-H Bielefeld und des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck nach mehr oder weniger ausführlichen Erklärungen gesucht werden.

TSG A-H BIELEFELD

Einen Schönheitsfleck hatte die Saison für die großzügig aufgerüstete Mannschaft um Trainer Michael Boy bereits seit dem neunten Spieltag. Im vor 3.400 Zuschauern ausgetragenen Spitzenspiel unterlagen die Bielefelder dem TuS Spenge mit 24:27. Die Tabellenführung, welche sich die TSG bis dahin in teilweise überragenden Auftritten erarbeitet hatte, geriet durch die Derbypleite nicht in Gefahr.

Souverän fiel die Antwort der Bielefelder nach der ersten Saisonniederlage aus. Überforderte Augustdorfer wurden in eigener Halle mit 41:26 deklassiert. Doch bereits vor Weihnachten zeigten sich Boys Schützlinge beim knappen 28:27 gegen Loxten wackelig. Der 38-jährige Routinier Henrik Ortmann wurde mit zwei Toren in der Schlussphase zum Retter in der Not.

Mit dem Kreispokalsieg tankte der Primus wieder Selbstvertrauen, auch weil im Laufe des Turniers Spenge bezwungen wurde. Doch beim Liga-Start in 2018 holperte sich die TSG wieder nur zu einem knappen Sieg gegen Soest. Dann, am letzten Spieltag der Hinrunde, folgte der Schlag des VfL Mennighüffen, der mit einem 25:23-Erfolg den Spitzenreiter stürzte.

"Man fühlt sich am Tag danach ein bisschen leer", sagt Marius Kastening. Der Spielmacher hatte gut eingeschlagen, war aber ausgerechnet in der Partie gegen Spenge früh verletzt ausgefallen. "Solche Situationen, wenn wir umstellen müssen, oder der Gegner seine Abwehrformation ändert, bringen uns für fünf oder zehn Minuten aus der Bahn. Wir brauchten dann immer zu lange, um eine Antwort parat zu haben", beschreibt der Mittelmann das Dilemma.

"Die Niederlage gegen den VfL hat uns zum Jäger gemacht. Wir scheinen mit dem Druck noch nicht zurecht gekommen zu sein", sagte Boy, der darauf hinweist, dass er erst seit sechs Monaten mit dem Team arbeitet. "Wir sind keine Übermannschaft, die zu null durch die Serie marschiert. Jetzt geht es eben bei null wieder los. Es gibt überhaupt keine Differenzen."

TUS 97 BI.-JÖLLENBECK

Während der Ortsrivale TSG im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung steht, will der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck nach der Rückkehr in die vierte Liga wieder Fuß fassen. Nach der Hinrunde befindet sich das Team von Sven-Eric Husemann einigermaßen im Soll, wenngleich die jüngste Niederlage gegen Spenge den TuS 97 auf den drittletzten Platz abrutschen ließ. Der Abstand zur Abstiegszone beträgt jedoch fünf beruhigende Punkte.

Der TuS, der lange auf seinen Spielmacher Leon Ludwigs verzichten musste, löste die zum Klassenerhalt nötigen Pflichtaufgaben gegen Ferndorf II, Augustdorf und Gevelsberg. Den vierten Sieg holten sich die Nord-Bielefelder gegen Loxten, zudem verbuchten sie ein Remis gegen Soest. "Wir liegen zwei bis vier Punkte hinter unseren internen Erwartungen", rechnet der sportliche Leiter Thorsten Lehmeier vor und ergänzt: "Die müssten wir in der Rückrunde zusätzlich holen." Lehmeier weist aber auf die Tatsache hin, dass Augustdorf die fünf Punkte Differenz zum rettenden Ufer, auf dem sich der TuS befindet, zusätzlich holen müsste.

"Wir sind nicht groß unzufrieden", erklärt Lehmeier. Die Schwachstellen im Kader seien bekannt. Im rechten Rückraum stehen mit Röttger, Grothaus oder Kämper häufig Rechtshänder. Lehmeier: "Die nötige Konstanz haben wir nicht in jedem Spiel gezeigt. Und es fehlen zwei Big Points gegen einen Großen." Die ersten Wochen der Rückrunde bringen Heimspiele gegen Möllbergen und Mennighüffen. Mit beiden habe man nach vermeidbaren Niederlagen noch eine Rechnung offen.

Neuste Galerie

11.03.18: 1. Herren - TuS 97 Bielefeld/Jöllenbeck

Weitere 6872 Bilder sind in der Galerie.