Altenhagen/Heepen lässt sich in Mennighüffen auf ein Kampfspiel ein und verliert mit 23:25. Trainer Michael Boy frustriert: "Wir sind an der schlechten Chancenverwertung gescheitert". Die TSG A-H Bielefeld ist die Tabellenführung in der Handball-Oberliga los.

Die Mannschaft von Trainer Michael Boy verlor beim VfL Mennighüffen mit 23:25 (11:10) und musste den TuS Spenge vorbeiziehen lassen. Trainer Michael Boy reagierte enttäuscht. Er sagte nach dem Abpfiff: "Wir sind heute an unserer Chancenverwertung gescheitert. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr hat Mennighüffen seine Chancen gewittert, doch zu gewinnen. Sie haben das Spiel gut verschleppt und dann den Deckel draufgesetzt." Kämpferisch wollte er seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen.

Beide Teams nervten die rund 500 Zuschauer in der ersten Halbzeit mit vielen Fehlern im Angriff. Deckungsmäßig stellten sowohl VfL als auch TSG eine ordentliche 6:0-Abwehr, hinter der die Torwarte einen guten Job machten. Deshalb fielen die Tore auch nur allmählich. Als die Gäste aus einem 1:3-Rückstand (7.) die 6:3-Führung (12.) gemacht hatten, glaubten viele in der Halle, der Favorit spielt sich so langsam warm. Doch ausgerechnet in dieser Phase verletzte sich Kreisläufer Gustav Rydergård am linken Ellenbogen. Zwar versuchte er, sich in der Halbzeitpause wieder fit zu bekommen, doch das Spiel war für ihn gelaufen. Der 33-Jährige fehlte der TSG somit im Mittelblock. Doch die Mennighüffener ließen sich nicht abschütteln, auch nicht dadurch, dass sie sich die Treffer zum 7:5 und 8:5 (beide 21.) durch Weitwürfe einfingen. Selbst die Disqualifikation von Abwehrchef Ulrich Neumann in der 32. Minute (nach der dritten Zeitstrafe) kompensierten die Gastgeber. Für ihn kam Lukas Mailänder, der sich von Trainer Zygfryd Jedrzej eine "Eins plus" verdiente. Trotz der engen Spielstände wollte unter dem Fachpublikum keine echte Derbystimmung aufkommen, da beide Mannschaften immer noch reichlich Fehler produzierten. Das änderte sich in der dramatischen Schlussphase, als jetzt VfL-Linksaußen Tomasz Tluczynski mit zwei Distanzwürfen den VfL mit 17:16 (45.) in Führung warf. Die Mennighüffener hatten ihren Gegner dort, wo sie ihn haben wollten - im Positionsspiel mit Kampfmodus.

Jetzt gab es auch auf den Rängen kein Halten mehr. Mennighüffen erhöhte erstmalig durch Kreisläufer Malte Ames auf zwei Tore Abstand (22:20, 55. Minute), aber die TSG hielt dagegen. Mennighüffen legte noch zweimal vor durch Mats Köster (59.) und Tomasz Tluczynski (59.), während Altenhagen/Heepen durch Marius Kastening und Johannes Krause eine Minute vor dem Abpfiff wieder auf 23:24 verkürzte. Die TSG setzte jetzt alles auf eine Karte und spielte offene Manndeckung. VfL-Rechtsaußen Mats Köster erkannte die Lücke auf seiner Außenbahn, markierte den Siegtreffer zum 25:23 eine halbe Minute vor Schluss und krönte damit seine starke Leistung. Den letzten Wurf hielt Mennighüffens guter Torwart Calvin Born - und der Rest war dann nur noch VfL-Jubel.

"Wir haben im Angriff ziemlich konzeptlos gespielt, haben uns auch viele Würfe genommen, die wir uns nicht hätten nehmen dürfen. Mennighüffen hat mit Härte dagegen gehalten, und wir hatten nicht den richtigen Biss", kommentierte der Ex-Mennighüffener Arne Kröger die Niederlage des entthronten Spitzenreiters.

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