VON GREGOR WINKLER
Bielefeld. Bei diesen Temperaturen von Hallensport zu sprechen oder diesen sogar zu betreiben, treibt einem schon beim ersten Gedanken die Schweißperlen auf die Stirn. Wer will sich schon in überhitzten Hallen quälen, während sich Freunde an der frischen Luft oder sogar im Freibad tummeln.
Spieler und Verantwortliche der TSG Altenhagen-Heepen müssen sich noch eine Woche mit ihrer Sportart herum schlagen, bevor endlich die Sommerpause einsetzt. Bis zum 3. August dürfen die Akteure dann Pecke und Trikot im Schrank verbannen und sich statt auf hartem Parkett auch mal im Sand fortbewegen. „Das wird auch höchste Zeit. Die ganzen Malaisen, die wir während der Saison mitgeschleppt haben, kommen jetzt bei allen durch“, sagt Johann-David Starck.
Die Trainingsspiele der vergangenen Wochen wertet der TSG-Kapitän als „Nachspiel, das nur dazu dient, uns bei Laune zu halten. So vergessen wir das ’Aufs-Tor-werfen’ wenigstens nicht“. Starck selbst laboriert immer noch an seiner Fußverletzung. Auch Neuzugang Christopher Kunisch erholt sich weiter von seinem Innenbandriss. Über den wird übrigens im Mindener Internetforum spekuliert. Die Fans fordern, seinen Wechsel rückgängig zu machen. Angeblich gäbe es sogar Möglichkeiten, Kunisch in Minden zu halten. „Das ist gar kein Thema. Christopher hat bei uns unterschrieben und will auch bei uns spielen. Das ist ein prima Junge, der nicht nur zu einem Vertrag, sondern auch zu seinem Wort steht“, erklärt TSG-Chef Heinrich Rödding.
Im August wird es ernst. Ein Trainingslager Mitte des Monats wird das Team in den hohen Norden, nach Langeoog oder Bremerhaven führen. Am 21. August trifft die TSG im DHB-Pokal auf den Zweitligisten Bad Schwartau. Testspiele sind mit der HSG Augustdorf, dem TuS Spenge, TuS Jöllenbeck und Lemgo II geplant. Die TSG-Chefetage musste bereits jetzt ernsthaft arbeiten. Nachdem der Spielplan (siehe unten) erschienen war, konnten die Hallenzeiten geplant werden. „Das war nicht so einfach“, sagt Rödding, „weil es reichlich Terminprobleme gab.“ So kann die TSG ihr erstes Heimspiel gegen den Leichlinger TV (11. September) nicht wie geplant in der Seidensticker Halle durchführen. Das Derby gegen Spenge musste auf Sonntag, 24. Oktober, verlegt werden. Zu dem Zeitpunkt steht die Großsporthalle nach dem Oktoberfest wieder zur Verfügung. Alle weiteren Spiele der Hinrunde finden in Heepen statt. Rödding erklärt: „Für die Rückrunde werden wir nochmal planen. Da warten wir erst ab, welche Partien tatsächlich große Zuschauerzahlen bringen könnten.“
Weitere Heimspiele mit Derbycharakter finden am 22. Januar (gegen Nordhemmern) und 26. März (gegen Minden II) statt. Doch man darf sicher sein, dass zahlreiche Partien Zündstoff bergen, sobald sich die Tabelle nach wenigen Spieltagen gefestigt hat. „Ferndorf, Hagen und Wermelskirchen zähle ich zu den Favoriten“, sagt Rödding. Platz neun ist das Minimalziel. Darunter wird auf jeden Fall abgestiegen. Einen direkten Aufsteiger wird es nicht geben. Alle Meister der dritten Liga müssen eine Relegation um den Aufstieg spielen. Für Rödding steht fest: „Platz zwei bis fünf ist sicher erstrebenswert.“ Letztlich glauben alle Beteiligten, dass der Klassenerhalt schwerer zu bewerkstelligen ist als im vergangenen Jahr. „Das wird kein Vergnügen. Es ist absolut kein Team als Kanonenfutter auszumachen“, sagt auch Johann-David Starck. Packende Begegnungen haben natürlich auch ihren Preis. Die Kartenpreise wurden um 50 Cent erhöht.
Quelle:
Neue Westfälische (von Gregor Winkler)